Der Fischertag in Memmingen
 Einleitung
 Die traurigen Tatsachen
 Frühere Bemühungen
 Unsere Bemühungen vor dem Fischertag 2007
 Bestandsaufnahme
 Oh, Heiliger Wendelin!
 Die rechtliche Lage
 Das Gutachten des Professors
 Das Gutachten des Richters
 Fischertag 2009 - und was kommt 2009?
 Was können Sie tun?
 aus der Entfernung
 vor Ort
 Impressum

  Bestandsaufnahme

Im Jahre 2006 konnten Teams von animal 2000 beim Memminger Fischertag folgende ganz eindeutige Verstöße gegen Tierschutz- und Fischereirecht beobachten:

- In den viel zu kleinen Putz- oder Malereimern, die zudem oft nur mit wenigen Litern Wasser befüllt waren, wurden teilweise 5 und mehr Forellen 1½ Stunden gehältert. Viele Tiere waren verletzt , bluteten und erlitten einen langsamen und qualvollen Erstickungstod.

- z.T. fischten 5-6jährige Buben mit, obwohl das Gesetz (seltsamerweise auch die Satzung des Memminger Fischertagsvereins) das Fischen erst ab Vollendung des 10.Lebensjahres erlaubt.

Wie wir bei weiteren Recherchen aufdeckten, wurden auch Besatzzeiten missachtet und ein Großteil der Teilnehmer verfügt über keine ordentliche Ausbildung und über keinen Fischereischein. Die Stadt Memmingen – es sind dort ja lauter Blitzschwaben- behebt dieses Manko lässig, indem sie einen Bach, vom Wasserwirtschaftsamt eindeutig als fließendes Gewässer eingestuft, zum geschlossenen Gewässer deklariert. Damit erübrigt sich lt. Gesetz ein Fischereischein. Das ist Memminger Landrecht!

Eine weitere Vorschrift, die bestimmt, dass ein Absenken oder gar Ablassen von Fischwassern frühestens alle 3 Jahre erfolgen soll, umgehen die pfiffigen Memminger Ratsherren mit alljährlich vorgeschobenen Sanierungsarbeiten am Bachbett.

Wir machten uns schlau, konsultierten einen namhaften Professor einer Münchner Fachklinik für Fische. In einem mehrstündigen Gespräch versicherte uns der in Ehren ergraute Herr, dass Fische maximal 2 – 3 Minuten nach Entnahme aus dem Wasser zu töten seien, alles andere sei pure Tierquälerei. Dies schien uns einleuchtend; Sensibelchen, die ein sofortiges Töten der Fische am Bachrand nicht verkraften würden, hatten wir bei dem „Mordsspektakel“ ohnehin nicht beobachtet.

Wann wird es dahin kommen, dass die öffentliche Meinung keine Volksbelustigungen mehr duldet, die in Misshandlung von Tieren bestehen?
Albert Schweitzer