Der Fischertag in Memmingen
 Einleitung
 Die traurigen Tatsachen
 Frühere Bemühungen
 Unsere Bemühungen vor dem Fischertag 2007
 Bestandsaufnahme
 Oh, Heiliger Wendelin!
 Die rechtliche Lage
 Das Gutachten des Professors
 Das Gutachten des Richters
 Fischertag 2009 - und was kommt 2009?
 Was können Sie tun?
 aus der Entfernung
 vor Ort
 Impressum

  Das Gutachten des Professors

Prof. Dr. med. vet. Rudolf Hoffmann, Fachtierarzt für Fische und Reptilien und beeidigter Sachverständiger für Fisch- und Reptilienkrankheiten inkl. Tierschutz (!) und emeritierter Professor der Ludwig-Maximilian-Universität in München, hat dem Fischertagsverein mit Datum 26.03.2007 eine „Gutachterliche Stellungnahme“ geschickt, die nicht nur im krassen Gegensatz zu dem steht, was er selbst uns einige Zeit vorher gesagt hat. Das Leben ist halt manchmal voller Überraschungen und man sollte auch nicht auf das Wort jedermanns vertrauen.

Nun ist es aber so, dass die Stellungnahme des Professors, der nach seiner Emeritierung um den Erhalt seiner Reptilienstation bangt, selbst für Laien erkennbar teilweise grob falsch ist. Da heißt es beispielsweise: „Die Wassertemperatur wird auf Grund der Erfahrungen und der Uhrzeit etwa bei 10 - 12°C maximal liegen.“ Die beim Fischertag 2007 offiziell gemessene Temperatur betrug aber 15,9°C.

Was als Haarspalterei aussieht, ist keine: Geht man einem Mindest-Sauerstoffgehalt für Forellen von 6 mg/l aus (Fundstelle) und betrachtet man die Sauerstoffkonzentration in Abhängigkeit von der Temperatur (Fundstelle), so liegt diese bei 10°C 4,92 mg/l über dem Mindestwert für Forellen, bei 12°C 4,43 mg/l und bei 16°C 3,56 mg/l. Mit anderen Worten: der Sauerstoff reicht in einem Wasser mit 16°C weniger als 3/4 der Zeit, die bei 10°C reichen würde.

Man könnte dem guten Professor zugute halten, dass er nicht hat wissen können, wie warm das Wasser der Memminger Aach im Juli ist. Stimmt, doch wir behaupten, dass jemand der seinen Verstand benutzt, schon durch simples Nachdenken herausfindet, dass 10°C bis 12°C auf jeden Fall falsch sind.

  • Einerseits wäre die Anwesenheit von 10jährigen Kindern im Bach bei solchen eisigen Wassertemperaturen kein Thema.
     
  • Andererseits „entspringt“ die Memminger Aach einem weitläufigen Moorgebiet an der Stadtgrenze, in dem so viel Wärmetauschfläche vorhanden ist, dass sich die Wasser- problemlos an die Lufttemperatur angleichen kann (und in dem das Wasser bei Sonne darüber hinaus aufgeheizt wird).

Auch das angenommene Gewicht der Fische liegt völlig daneben: Wir konnten 2007 beobachten, dass die aus dem Bach geholten Forellen alle etwa gleich groß waren. Bedenkt man, dass die (lt. Zeitung) schwersten Fische 1340 gr, 1290 gr und 1190 gr auf die Waage brachten, so kann man davon ausgehen, dass die meisten Tiere über 1 kg schwer waren und damit etwa das Dreifache(!) des Gewichts hatten, das der Sachverständige nach persönlicher Inaugenscheinnahme der Forellen im März angenommen hat. Ob der gute Mann eine neue Brille braucht?

Leider schweigt sich der Herr Professor aus, welche weiteren Zahlenannahmen zu seiner für uns nicht nachvollziehbaren Einschätzung geführt haben, Verweilzeiten von 25-30 Minuten im Eimer seien tolerabel. Sehr wissenschaftlich! Die Ludwig-Maximilian-Universität in München kann stolz sein auf ihren Professor. Gerne wüssten wir, was er seinen Studenten bei seinen Anleitungen zum wissenschaftlichen Arbeiten beibringt!