Der Fischertag in Memmingen
 Einleitung
 Die traurigen Tatsachen
 Frühere Bemühungen
 Unsere Bemühungen vor dem Fischertag 2007
 Bestandsaufnahme
 Oh, Heiliger Wendelin!
 Die rechtliche Lage
 Das Gutachten des Professors
 Das Gutachten des Richters
 Fischertag 2009 - und was kommt 2009?
 Was können Sie tun?
 aus der Entfernung
 vor Ort
 Impressum

  Oh, Heiliger Wendelin!

Wir suchten mit der Expertenmeinung des Münchner Professors Gespräche mit dem Vorstand des Fischertagsvereins, der zunächst auch Handlungsbedarf einräumte und Abhilfe versprach.

Aber dann! Urplötzlich hielt man uns ein Gutachten „unseres“ wackeren Professors unter die Nase, in dem dieser einen ganz gewaltigen Salto mortale drehte und eine Hälterung von 2 Tieren in 14 Liter Wasser über 30 Minuten für vertretbar hielt. Dabei wurden dem Gutachten völlig falsche Grunddaten (z.B. Wassertemperatur von 10 Grad im Hochsommer!) zugrunde gelegt.

Ein kleiner Hinweis am Rande: Der Herr Professor wurde vor wenigen Jahren mit dem Bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Respekt!

Aufgrund dieses willkommenen Gutachtens, in dem sich Herr Prof. Dr. med. vet. Hoffmann sogar noch zu halsbrecherischen juristischen Stellungnahmen hinreißen ließ, durften sich nun erst mal die Verantwortlichen aller von uns eingeschalteten Behörden zufrieden zurücklehnen, von der Stadt Memmingen, über Veterinäramt, Regierung von Schwaben bis hinauf zu den zuständigen Ministerien: Sie alle halten weiter ihre schützende Hand über das Tierleid.

Ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums meinte sogar bei einer Besprechung, es sei schließlich nicht mal erwiesen, ob Fische überhaupt Schmerz empfinden. Alle Achtung, der Mann kennt sich aus!

Und nun kommt uns noch ein ganz ketzerischer Gedanke: Der vehemente Knocheneinsatz vereinigter bayerischer Behörden zur Erhaltung der Memminger Tradition wird doch nicht damit zusammenhängen, dass der bayer. Landwirtschaftsminister Miller ein alter Memminger ist? Und wie man hört, soll sich auch ein SPD-Landtagsabgeordneter, der sich sonst so gern als Tierfreund sieht, in parteiübergreifender Solidarität engagieren, weil er selbst mitfischt, mit dem Oberbürgermeister natürlich und sonstigen Honoratioren.

Die Zukunft der bekannten Reptilien-Auffangstation des wackeren Professors steht übrigens derzeit auf wackligen Füßen und manche bayerischen Politiker wären durchaus in der Lage, ihren Einfluss in Richtung Erhaltung der Reptilien-Station geltend zu machen. Aber wir wollen ja hier keine bösen Behauptungen aufstellen…